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Asylunterkünfte

Ersatzneubau und Erweiterung Asylunterkünfte Tobelstrasse und Lohwis

Alexander Lenzlinger, Gesellschaftsvorsteher

Die Gemeinde Maur plant einen Ersatz- und Erweiterungsbau der bestehenden Asylunterkunft an der Tobelstrasse sowie die Erweiterung der Unterkunft an der Lohwisstrasse. Grund dafür sind fehlende Unterbringungsmöglichkeiten für Asylsuchende, da der Kanton in den vergangenen zwei Jahren die Aufnahmequote für die Gemeinden stetig erhöht hat. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 4,677 Millionen Franken. 

Mit Medienmitteilung vom 22. August 2025 informierte der Gemeinderat, dass die für den 28. September 2025 vorgesehene Urnenabstimmung über den Kredit für bauliche Massnahmen an der Asylinfrastruktur abgesagt werden musste. Grund dafür war ein Entscheid des Bezirksrats Uster, der eine Stimmrechtsbeschwerde gutgeheissen hatte.

Die Vorlage umfasste die notwendigen Kredite für Umbauten und Erweiterungen an den beiden Standorten Tobelstrasse und Lohwis sowie die Überführung der provisorischen Containeranlage in eine definitive Unterkunft, um die Unterbringungskapazitäten langfristig zu sichern und die gemeindeeigene Asylstrategie konsequent umzusetzen.

Den Entscheid des Bezirksrats Uster zog der Gemeinderat an das Verwaltungsgericht Zürich weiter. Dieses hat nun bestätigt, dass diese Urnenvorlage rechtlich zulässig ist – ein Urteil, das den Gemeinderat in seiner Vorgehensweise bestätigt. Damit können die inhaltlich zusammenhängenden Massnahmen koordiniert und als Einheit zur Abstimmung gebracht werden, eine wichtige Voraussetzung für die konsistente und nachhaltige Umsetzung der gemeindeeigenen Asylstrategie.

Der Urnengang wird nun neu angeordnet und der Abstimmungstermin baldmöglichst festgelegt, damit die Bevölkerung zeitnah über die Vorlage entscheiden kann.

Asylstrategie

  • Rund 60 % der Personen aus dem Asylbereich sollen aufgrund organisatorischer Überlegungen (kleinerer Betreuungsaufwand) an zusammengefassten Standorten untergebracht werden.
  • Die Unterbringung erfolgt dabei konzentriert an den beiden Standorten Tobelstrasse und Lohwis, wobei die Unterkünfte an der Tobelstrasse in einer höherwertigen Qualität erstellt und später auch als Sozialwohnungen genutzt werden können.
  • Rund 80 % der Personen aus dem Asylbereich sollen in gemeindeeigenen Liegenschaften untergebracht werden. Damit können die Abhängigkeit von Privaten, der Aufwand für die Wohnungssuche und nicht zuletzt die beträchtlichen Mietkosten reduziert werden.
  • Rund 20 % der Personen aus dem Asylbereich sollen weiterhin in gemieteten Wohnungen untergebracht werden. Damit kann die nötige Flexibilität z.B. bei Quotenschwankungen gewahrt werden. Ausserdem strebt der Gemeinderat mit der Anmietung von Wohnungen eine in Bezug auf die Dorfgrösse möglichst gleichmässige Verteilung der asylsuchenden Personen über alle Dorfteile an.

Ausgangslage

Die Gemeinde Maur ist wie alle Zürcher Gemeinden gesetzlich verpflichtet, das vom Kanton vorgegebene Kontingent an Asylsuchenden aufzunehmen. In den letzten zwei Jahren hat der Regierungsrat das Aufnahmekontingent in drei Schritten auf 16 Personen pro 1'000 Einwohner/innen erhöht. Seit 1. Juli 2024 beträgt die Aufnahmequote für Maur somit 173 Personen.

Um asylsuchende Personen unterzubringen, stehen an der Tobelstrasse in Forch Pavillons zur Verfügung, die 2016 erstellt wurden und 32 Personen Platz bieten. 2023 hat die Gemeinde zusätzlich gebrauchte Wohncontainer für 27 Personen als temporäre Lösung beschafft, die an der Lohwisstrasse in Ebmatingen aufgestellt wurden. Für die Container besteht eine befristete Baubewilligung bis 31. August 2026. Darüber hinaus musste die Gemeinde aufgrund der wiederholt angehobenen Aufnahmequote Wohnungen anmieten und ist zusätzlich auf die freiwillige Aufnahme von Personen in Privathaushalten angewiesen.

Das Projekt in Kürze

Aufgrund der geschilderten Ausgangslage muss dringend eine dauerhafte Lösung zur Erhöhung der Aufnahmekapazität für Asylsuchende geschaffen werden. Geplant ist, bis anfangs 2027 einen Ersatz- und Erweiterungsbau Tobelstrasse 30/32 für 16 Personen und eine Erweiterung der Asylunterkunft Lohwis für zusätzlich 20–32 Personen umzusetzen. Damit die vom Gemeinderat als gebunden und temporär bewilligten Wohncontainer im Lohwis ab September 2026 weiter genutzt werden dürfen, müssen zudem die ursprünglichen Erstellungskosten (abzüglich Abschreibungen) in einen Urnenkredit eingerechnet werden. Daraus ergibt sich ein benötigter Kredit von 4'677'000 Franken gemäss folgender Aufstellung:

Arbeitsbereich Kosten in CHF
Erweiterungsbau Tobelstrasse 1'997'000
Erweiterungsbau Lohwis 1'905'000
Einzurechnender Kredit für bereits erstellte Container in der Lohwis 552'000
Total Kostenvoranschläge inkl. MwSt. 4'454'000

Reserve für Unvorhergesehenes (5 %), gerundet (98'000 + 105'000 CHF)

223'000
Total Kredit inkl. MwSt. 4'677'000

Zeitplan/Meilensteine

Für das Projekt «Ersatzneubau und Erweiterung Asylunterkünfte Tobelstrasse und Lohwis» sind folgende Meilensteine vorgesehen:

16. Juni 2025 Öffentliche Orientierungsveranstaltung zum Projekt
Bis Juli 2026 Baubewilligungsprozess abgeschlossen
1. Oktober 2027

Bezug

Ihre Fragen sind uns wichtig 

Haben Sie Fragen oder Anliegen zur Asylstrategie? Senden Sie uns Ihre Fragen per E-Mail an gesellschaft@maur.ch. Wir werden uns bemühen, alle eingehenden Fragen zeitnah zu beantworten.

Kontaktpersonen

Alexander Lenzlinger, Gemeinderat | 043 366 13 10 | gesellschaft@maur.ch

Claudia Bodmer, Gemeinderätin | 043 366 13 40 | liegenschaften@maur.ch