Bevölkerungsschutzgebäude

Maur wächst. Seit Ende 2016 zählt die Gemeinde über 10'000 Einwohner. Dies entspricht einer Wachstumsrate von rund 35 Prozent in den letzten 35 Jahren. Diesem Umstand muss auch bei der Infrastruktur Rechnung getragen werden. Gerade der Schutz der Bevölkerung muss langfristig sichergestellt werden. Dazu soll zentral gelegen auf der Looren ein neues Bevölkerungsschutzgebäude errichtet werden, welches den aktuellen Bedürfnissen entspricht. Eine Urnenabstimmung zum Projekt ist für Frühjahr 2020 geplant. 

 

Warum Maur ein neues Bevölkerungsschutzgebäude braucht

Das aktuelle Feuerwehrdepot, welches im Gemeindehaus integriert ist, wurde 1982 als Pikett-Standort konzipiert und ist auf 30 bis 35 Personen ausgerichtet. Heute sind es 65 Männer und Frauen. Es mangelt an Platz bei den Wartungsräumen, Einstellmöglichkeiten für Fahrzeugen, Geräten und Material sowie bei den sanitären Anlagen und Garderoben. Als Folge müssen bereits einige Fahrzeuge und diverses Material in anderen Ortsteilen gelagert werden. Darunter leidet die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr und die vorgeschriebene Einsatzzeit von maximal zehn Minuten kann nicht immer eingehalten werden. Die Gemeinde Maur will den Schutz der Bevölkerung mit einem neuen Bevölkerungsschutzgebäude auf dem Loorenareal langfristig sicherstellen.

Warum der Standort ideal ist für ein Bevölkerungsschutzgebäude

In Forch, Ebmatingen und Binz ist die Einsatzwahrscheinlichkeit durch den Bevölkerungszuwachs stark gestiegen. Dort befinden sich zudem Schulen sowie Institutionen mit hilfsbedürftigen Bewohnern (Pflegezentrum Forch und Institution Barbara Keller). Vom Feuerwehrdepot Maur können diese Ortsteile nicht in 10 Minuten erreicht werden, so wie von der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich (GVZ) vorgeschrieben. Mit einem geografisch zentralen Bevölkerungsschutzgebäude auf der Looren ist die Feuerwehr hingegen spätestens nach 10 Minuten vor Ort – und zwar in der ganzen Gemeinde. In drei Vierteln der Einsätze verkürzt sich die Einsatzzeit gar um 2 bis 4 Minuten. Zeit, die bei einem Einsatz entscheidend sein kann.

Die Vorteile im Vergleich zur heute ungenügenden Infrastruktur sind:

  • Verbesserte Einsatzzeiten der Feuerwehr
  • Optimale Infrastruktur für Feuerwehr, Zivilschutz und Samariterverein
  • Deutlich effizientere Logistik dank zentralem Standort
  • Kürzere Kommunikationswege bei einer Notlage
Visualisierung des Bevölkerungsschutzgebäudes.
 

Einsatzzeiten der Feuerwehr

Die folgende Tabelle zeigt die Einrückzeit ins Depot (5 min) und die Fahrzeit zum Einsatzort auf der schnellsten Route tagsüber (keine Hauptverkehrszeit) laut Google Maps:

 

Feuerdepot Maur

Bevölkerungsschutzgebäude Looren

IBK und Schule Binz

4.5 km – 12 min

3.4 km – 10 min

Zollingerheim und Schule Aesch

4.2 km – 11 min

1.7 km – 7 min

Schulhaus Leeacher

3.4 km – 11 min

2.3 km – 9 min

Schulhaus Pünt

0.2 km – 6 min

2.3 km – 8 min

Schulhaus Looren

2.6 km – 9 min

0.2 km – 6 min

 

Warum ein Bevölkerungsschutzgebäude Looren kosteneffizient ist

Die Planung des Bevölkerungsschutzgebäudes kann auf Grundlage des bestehenden Generationenprojekts Looren fortgeführt werden. Dadurch ergibt sich ein Kostenvorteil von rund CHF 900'000: Für ein Bevölkerungsschutzgebäude auf dem Loorenareal entfallen Projektierungskosten (ca. CHF 350‘000) und Kosten für ein Wettbewerbsverfahren (ca. CHF 200‘000), da alle Grundlagen aus dem Generationenprojekt Looren übernommen werden können. Bis 2020 gewährt die GVZ zudem Subventionen von ca. CHF 350‘000. Diese sind nicht gesichert, wenn ein neues Projekt zu einem späteren Zeitpunkt eingegeben wird. Die gesamten Projektkosten für das neue Bevölkerungsschutzgebäude belaufen sich auf ca. 9,0 Mio. CHF. Kann auf der Looren kein Bevölkerungsschutzgebäude realisiert werden, sind überdies Provisorien als Übergangslösung nötig, wodurch weitere Kosten in noch unbekannter Höhe anfallen. 

Wann können die Stimmberechtigten über das Projekt abstimmen?

Über weitere Details zum geplanten Bevölkerungsschutzgebäude wird der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung vom 9. Dezember 2019 informieren. Die Urnenabstimmung ist dann für Frühjahr 2020 geplant.