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Salomon Landolt und Salomon Gessner im Salomon-Kabinett Burg Maur

Kunstwerke von Salomon Landolt (1741–1818), dem Scharfschützenoberst und legendären Landvogt von Greifensee, und von Salomon Gessner (1730–1788), dem berühmten Buchverleger, Dichter und Maler der Idylle.

Im Salomon-Kabinett werden Werke von zwei miteinander befreundeten Zürcher Persönlichkeiten, die zu den anziehendsten geistigen Gestalten im ausgehenden Ancien Régime gehören, permanent ausgestellt.

Salomon Landolt war Militär und Künstler, als Staatsmann Ökonom und Richter. Der Hauptmann gründete 1770 das Zürcherische Jägerkorps von 500 Mann, eine Elite-Einheit von freiwilligen Scharfschützen, die er, seit 1778 als Oberst-Lieu­tenant, bis 1798 kommandierte. Von 1805 bis 1812 wirkte der Oberst als Chef der Scharfschützen-Reserve. Landolt erlangte als origineller, gerechter und initiativer Landvogt von Greifensee (1780–1786) und von Eglisau (1794–1798) einen legendären staatsmännischen Ruf, indem er seine Richterpflichten auf höchst eigenwillige Weise mit berühmt gewordenen salomonischen Urteilen erfüllte. Der Maler von grossformatigen Land­schaftsbil­dern mit Reiter- und Jagdszenen in Gouache, einer trockenen Pinselmalerei mit decken­den Wasserfarben auf Papier, gehört zu den bedeutenden, nicht professionell tätigen Zürcher Künstlern aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, die durch eindringliche Beobachtungsgabe und Intensität des Ausdrucks hervorragen. Man kennt nur die Alters­werke des nahezu Fünfzig- bis Siebenundsiebzigjährigen, einige Dutzend Blätter mit Datierungen von 1789 bis 1817, vorwiegend in Zürcher Privatbesitz. Landolt blieb zeitlebens unverheiratet, in den Jahren 1787–1808 von seiner resoluten tirolischen Haushälterin Marianna Catharina Klaissner umsorgt. Er wurde zweimal literarisch verewigt, 1820 durch die Biographie von David Hess, eine der klassischen Lebensbeschreibungen der deutsch-sprachigen Literatur, und 1878 durch die auf dieser beruhenden Erzählung Der Landvogt von Greifensee von Gottfried Keller, das glanzvolle Mittelstück der fünf Züricher Novellen, welche Wendezeiten und vorbildliche Charaktere in der Geschichte Zürichs vergegenwärtigen.

Salomon Gessner war Buchdruckunternehmer und Verleger in Zürich, Redaktor der Montags-Zeitung (1750–1760 und 1772–1779), Gründer der seit 1780 erscheinenden Zürcher Zeitung (seit 1821 Neue Zürcher Zeitung), Teilhaber und künstleri­scher Leiter der 1763 gegründeten Zürcher Porzellanmanufaktur bei Kilchberg, seit 1767 Ratsherr und seit 1781 Sihlherr (obrigkeitlicher Verwalter des Sihlwalds und der Sihlwuhren). Als bahnbrechender Idyllendichter genoss er europäische Berühmtheit, zudem trat er als Radierer, Buchillustrator und Maler hervor. Sein dichterisches Werk, in rhythmisch bewegter Prosa, erneuerte die deutsche Sprache in vorklassischer Zeit zu einer sinnlich ak­zentuierten Ausdrucksform. Das umfangreiche druckgraphische Werk von 461 Radierungen besteht überwiegend aus Illustrationen zu seinen eigenen Schriften. Das gemalte Werk von komponierten Landschaftsbildern in Gou­ache, in seinen späten Jahren seit 1768 entstanden, ist mit mehreren Dutzend wundersam leuchtkräftigen Blättern in Privatbesitz und verschiedenen europäischen Museen überliefert. Gottfried Keller erwies im Landvogt von Greifensee mit einem einzigen Satz auch dieser menschenfreundlichen Gestalt seine persönliche Reverenz: “Was von diesem Ruhme verdient und gerecht war, trug er mit der Anspruchslosigkeit und Liebenswürdigkeit, die nur solchen Menschen eigen ist, die wirklich etwas können.” Gessner war mit Judith Heidegger verheiratet, einer bemerkenswerten Frau, welche sein Biograph Paul Leemann-van Elck 1942 durch eine eigene Lebensbeschrei­bung gewürdigt hat.

Veranstaltungsort

Burg Maur
Burgstrasse 8
8124 Maur
Lageplan

Weitere Information

Druckwerkstatt Burg: 1. Sa/Mt. Buchdruck mit Gilde Gutenberg 3. Sa/Mt. Kupferdruck mit Jan Leiser

Allgemeine Angaben

Kontaktperson: Susanna Walder, Kuratorin
Tel. 044 980 26 33
info@museenmaur.ch
https://www.museenmaur.ch

Kosten

Eintritt frei.

Organisator

MUSEEN MAUR
Die Museen Maur sind eine Organisation der Gemeinde Maur und werden durch den Verein Museen Maur betrieben.
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